ElternrundschauDas Magazin für Familien
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Ich musste das Sparbuch meines Sohnes (8) auflösen, um sein „Spielgeld“ zu bezahlen: 3.159 Euro für Spiel-Edelsteine, die er mit meiner hinterlegten Kreditkarte gekauft hatte. Angefangen hat alles drei Jahre zuvor: mit einem Satz von mir, den auch Sie sagen.

Schichtleiter Dennis (41): 187 Käufe in sechs Wochen, danach Dispo, geplatzte Miete, zwei aufgelöste Sparbücher. Versteckt hatte mein Sohn nichts. Er hatte mir seinen „Schatz“ sogar stolz gezeigt.

Ein Vater hält ein Tablet, sein achtjähriger Sohn sitzt am Küchentisch und schaut verwirrt zu ihm hoch; auf dem Tisch liegen zwei Sparbücher und Papiere.

„Papa, machst du die Karte wieder rein? Das Drachenpaket gibt's nur heute!“

Emil hält mir das Tablet unter die Nase. Es blinkt rot und gold. NUR HEUTE! −80 %! Darunter tickt ein Countdown: 00:14:32.

Ich reiße ihm das Tablet aus der Hand. Und dann schreie ich mein Kind an, wie ich noch nie einen Menschen angeschrien habe.

„WEISST DU EIGENTLICH, WAS DU GEMACHT HAST?“

Emil ist acht. Er weint nicht. Er guckt mich an, als würde ich eine fremde Sprache sprechen.

„Aber das ist doch nur Spielgeld, Papa.“

Drei Stunden vorher habe ich am Bankschalter sein Sparbuch aufgelöst. Und das seiner kleinen Schwester gleich mit. Zwei Sparbücher, die seine Edelsteine aufgefressen haben.

Ein Vater beugt sich am Küchentisch über den Tisch und schreit seinen Sohn an; vor ihm liegen zwei Sparbücher, ein Blatt Papier und das Tablet.
„WEISST DU EIGENTLICH, WAS DU GEMACHT HAST?“

Ich bin Schichtleiter. Jede Nacht teile ich 23 Leute ein. Ich weiß auf die Palette genau, was in Halle 3 steht.

Was in unserem Familien-Tablet passiert ist, habe ich sechs Wochen lang nicht gemerkt.

Ich schreibe das auf, weil dieses Jahr unter vielen Weihnachtsbäumen ein Tablet liegt. Lesen Sie:

14. März: eine Vollversion für 6,99 Euro

Emils achter Geburtstag. Er wünscht sich die Vollversion von seinem Bauspiel. Burgen bauen, Drachen zähmen.

Ich tippe meine Kreditkarte ins Familien-Tablet. 6,99 Euro, Passwort, Bestätigen. Emil fällt mir um den Hals.

Was ich nicht sehe: ein kleines Häkchen, schon gesetzt. „Passwort nur beim ersten Kauf.“

Ab da reicht ein Finger. Keiner fragt nach, nichts piept.

Zwei Tage später kauft Emil seine ersten Edelsteine. 0,99 Euro.

Tablet mit Zahlungsfenster: Vollversion 6,99 Euro, Passwort, ein bereits gesetztes Häkchen „Passwort nur beim ersten Kauf“ und der Knopf „Bestätigen“.
14. März, Emils achter Geburtstag: die Vollversion für 6,99 Euro. Das Häkchen „Passwort nur beim ersten Kauf“ war schon gesetzt.

„Papa, guck mal, mein Schatz!“

Ostermontag, abends. Emil zieht mich aufs Sofa.

Auf dem Bildschirm: eine Burg aus Gold, davor drei Drachen. Oben rechts: 61.400 Edelsteine.

„Die hat keiner in meiner Klasse. Nicht mal Jonas.“

„Wahnsinn, Kumpel. Wie hast du die gebaut?“

„Gekauft!“ Er strahlt wie nach einer Eins im Diktat.

Ich lache und klopfe ihm auf die Schulter. Ich denke: Spielmünzen. Die sammelt man halt.

An diesem einen Ostermontag hat Emil siebenmal gekauft. 312,93 Euro. Und ich habe ihn dafür gelobt.

Versteckt hat er nichts. Ich habe nur nicht verstanden, was ich da sehe.

Ein Junge zeigt seinem Vater auf dem Sofa stolz ein Spiel mit goldener Burg, Drachen und 61.400 Edelsteinen; der Vater lächelt.
„Gekauft!“ Er strahlt wie nach einer Eins im Diktat.

25. April, Tankstelle: „Karte abgelehnt“

Samstag, halb acht, nach der Nachtschicht. Ich halte die Karte ans Terminal. Piep.

Rotes Feld: „Karte abgelehnt.“

Hinter mir hupt einer. Ich zahle mit der Girokarte, mit heißen Ohren. Im Auto öffne ich die App der Kartenfirma. Und scrolle. Und scrolle.

Edelsteine 0,99. Edelsteine 4,99. Schatztruhe 19,99. „Drachenpaket NUR HEUTE“ 99,99. Edelsteine 49,99.

187 Käufe seit Emils Geburtstag. Elfmal 99,99 Euro. Sechzehnmal 49,99. Zusammen: 3.159,13 Euro.

Kartenlimit: 3.500 Euro. Voll.

Ich sitze auf dem Parkplatz und kriege den Zündschlüssel nicht gedreht.

Handy in der Hand des Vaters mit einer langen Liste gleicher Buchungen für Edelsteine, Schatztruhe und Drachenpaket; unten die Summe 3.159,13 Euro.
187 Käufe seit Emils Geburtstag.

„Über das Gerät autorisiert“

Montag rufe ich die Kartenfirma an. Die Hotline, freundlich und eindeutig: „Sie haben die Karte selbst hinterlegt. Die Käufe sind über das Gerät autorisiert. Das ist kein Missbrauch.“ Abgelehnt.

Der App-Laden im Tablet schreibt nach zwölf Tagen zurück: „Einmalige Kulanz.“ 609,92 Euro. Nicht mal ein Fünftel.

Der Rest bleibt an uns hängen: 2.549,21 Euro. Für Edelsteine, die es nicht gibt.

Wie aus Spielgeld echte Schulden werden

4. Mai. Die Kartenfirma bucht die April-Abrechnung ab: 3.473,74 Euro auf einen Schlag. Emils Edelsteine plus meine eigenen Einkäufe.

Auf dem Girokonto lagen 1.127,50 Euro. Danach: minus 2.346,24. Dispo, 11,9 Prozent.

5. Mai. Der Vermieter zieht die Miete ein, 1.090 Euro. Der Dispo reicht nicht mehr. Die Lastschrift platzt.

7. Mai. „Zahlungserinnerung.“ 14,50 Euro Gebühren. „Um weitere Schritte zu vermeiden.“

Meine Frau Steffi rechnet bis eins am Küchentisch. Danach höre ich sie im Bad weinen. Sie denkt, ich schlafe.

Eine Mutter sitzt nachts allein am Küchentisch mit Taschenrechner und Papieren, die Hand an der Stirn.
Meine Frau Steffi rechnet bis eins am Küchentisch.

8. Mai. Bankschalter. Emils Sparbuch: 1.380 Euro, gesammelt seit der Taufe, jeder Geburtstagsschein von Oma. Aufgelöst.

Dann das von Lotta, fünf: 690 Euro. Aufgelöst.

Emils eigenes Geld hat Emils Spielgeld bezahlt. Und Lottas gleich mit.

Am 1. Juni haben wir die Ferienwohnung an der Ostsee storniert. Die Restzahlung war nicht mehr drin. 310 Euro Anzahlung: weg. Lotta fragt bis heute, wann wir ans Meer fahren.

Zwei entwertete Kinder-Sparbücher, eine Zahlungserinnerung über 1.090 Euro Miete und 14,50 Euro Gebühren und eine Stornobestätigung der Ostsee-Ferienwohnung auf dem Küchentisch.
Emils eigenes Geld hat Emils Spielgeld bezahlt. Und Lottas gleich mit.

Passwort, Tablet weg, Vortrag: alles schon versucht

Passwort für jeden Kauf. Noch am Abend nach der Tankstelle eingestellt, Karte gelöscht. Das schützt meine Karte. Emil bringt es nichts bei.

Tablet weg. Eine Woche. Dann spielt er bei Jonas weiter. Da blinkt derselbe Laden im Spiel.

Ein Vortrag über den Dispo. Emil nickt brav. Am nächsten Tag fragt er, ob man Dispo im Laden kaufen kann.

Ein Passwort schützt Ihre Karte. Für Ihr Kind gibt es nur einen Schutz: eine ANTWORT.

Ohne sie läuft die Rechnung weiter:

  1. Mit acht: zwei aufgelöste Sparbücher.
  2. Mit zwölf: ein eigenes Handy. Kein Papa-Passwort davor.
  3. Mit fünfzehn: eine Bezahl-App. Wischen, Piep, weg.
  4. Mit achtzehn: die eigene Kreditkarte. Limit 3.500 Euro. Wie meine.
  5. Mit zwanzig: Post vom Inkasso. An ihn, nicht an Papa. Und kein Sparbuch mehr, das man noch auflösen kann.

Welche Antwort das ist, habe ich erst in der Nacht nach dem Bankschalter begriffen.

„Aber woher kommt denn echtes Geld?“

Zurück in die Küche, 8. Mai, abends.

„NUR SPIELGELD? Das war UNSER Geld! Das war dein SPARBUCH! Das war Lottas URLAUB!“

Emil zuckt zusammen. Dann fragt er, ganz leise und ohne jeden Trotz:

„Aber woher kommt denn echtes Geld?“

Ich mache den Mund auf. Es kommt nichts.

Jede Nacht sage ich 23 Leuten, was zu tun ist. In meiner eigenen Küche habe ich keinen einzigen Satz für einen Achtjährigen.

Hand aufs Herz: Was hätten Sie ihm gesagt?

Ein Vater steht sprachlos in der Küche, sein Sohn sitzt am Tisch und schaut zu ihm hoch.
„Aber woher kommt denn echtes Geld?“

Mein Sohn hat nicht gestohlen. Er hat nie gesehen, woher Geld kommt.

Nachts, Emil schläft, sitze ich allein am Esstisch. Irgendwann kapiere ich es.

Emil hat mich noch nie arbeiten sehen. Ich fahre um Viertel nach neun los, da liegt er im Bett. Ich komme um sieben heim, da sitzt er im Schulbus.

Was er von meinem Geld kennt: Karte ans Gerät. Piep. Der Einkauf gehört uns.

Ein Piep an der Tankstelle. Ein Tippen auf dem Tablet. Für Emil war das DASSELBE.

Ein Vater sitzt nachts allein am Esstisch vor Tablet und Handy, im Hintergrund hängt seine Warnweste.
Emil hat mich noch nie arbeiten sehen.

Dann fällt mir eine andere Tankstelle ein. Drei Jahre her. Emil, fünf, vom Rücksitz: „Papa, woher kommt das Geld in deiner Karte?“

Ich: „Das verstehst du noch nicht.“

Später kam nie. Gekommen ist eine Abrechnung über 3.159,13 Euro.

Ein fünfjähriger Junge im Kindersitz zeigt nach vorn auf Papas Karte, draußen eine Tankstelle.
„Papa, woher kommt das Geld in deiner Karte?“

Ich nenne das heute die vertagte Antwort. Ihr Kind fragt mit fünf, woher das Geld kommt. Sie sagen „später“.

Und in die Lücke baut es sich seine eigene Theorie. Bei Emil hieß sie: Geld ist eine Zahl, die Piep macht und immer da ist.

Der Laden im Spiel, der nie zumacht: drei Handgriffe, 187 Käufe

In diese Lücke hat sich der Laden gesetzt. Ein Kind, das stiehlt, braucht er gar nicht. Ihm reichen drei Handgriffe.

1. Er versteckt den Euro. Burg, Drache, Truhe: alles kostet Edelsteine. Den Euro sieht das Kind einmal, winzig, auf einem goldenen Knopf. 61.400 Edelsteine sehen aus wie ein Schatz, kein bisschen wie Papas Lohn.

2. Er lässt keine Zeit. NUR HEUTE! 00:14:32. Wer nachdenkt, verpasst den Drachen.

3. Er schickt den Erwachsenen weg. Ein Häkchen, danach reicht ein Finger. Kein Passwort, kein Papa.

Die vertagte Antwort hat die Tür aufgemacht. Der Laden ist reingegangen. 187-mal.

Wenn Ihr Kind schon mal „nur kurz“ etwas in einem Spiel gekauft hat: Es ist nicht gierig. Es hat nur noch nie gesehen, dass hinter jeder Zahl Arbeit steckt. Gezeigt hat es ihm keiner, weil es uns auch keiner gezeigt hat.

Sonntag: Meine Schwiegermutter schiebt einen Schuber über den Tisch

Steffis Mutter kommt zum Kaffee und stellt ein Paket auf den Esstisch.

„Für Emil“, sagt sie. Dann guckt sie mich an. „Und für dich, Dennis.“

Ein Schuber mit fünf Büchern. „Meine erste Wirtschaft“. Auf den fünf Bänden:

  1. Band 1: Woher kommt das Geld?
  2. Band 2: Wie verdient man Geld?
  3. Band 3: Was ist Sparen?
  4. Band 4: Was sind Ausgaben?
  5. Band 5: Warum ändern sich Preise?

Band 1 stellt Emils Frage. Fast Wort für Wort.

Eine ältere Frau sitzt beim Sonntagskaffee am Küchentisch, neben ihrer Hand steht der Schuber „Meine erste Wirtschaft“.
„Für Emil“, sagt sie. Dann guckt sie mich an. „Und für dich, Dennis.“

Später sehe ich nach: über 25.000 Bestellungen. Ich war nicht der einzige Vater ohne Antwort.

Drin ist ein Dorf voller Tiere, die mit Talern zahlen. Kein Bildschirm, kein Vortrag.

Seite 23: „Nur mit Karte. Piep!“

Abends am Esstisch, Band 1. Steffi sagt: „Du liest.“

Emma die Elster findet eine Münze. Emil hört höflich zu. Bis Seite 23:

„Herr Fuchs kauft Brezeln. Ganz ohne Münzen? Nur mit Karte. Piep! ‚Zaubert der etwa?‘“

Emil sitzt plötzlich kerzengerade. „Das bist du, Papa! Beim Tanken! Piep!“

Ein Junge zeigt am Esstisch aufgeregt auf die Buchseite, auf der Herr Fuchs mit Karte bezahlt; der Vater hält das Buch.
„Das bist du, Papa! Beim Tanken! Piep!“

Ich blättere um. Seite 24:

„Nein“, sagt Opa Bär. „Das Geld reist unsichtbar zum Bäcker. Und verdient ist es genauso.“

Echte Doppelseite aus Band 1: Herr Fuchs zahlt mit Karte, Opa Bär erklärt, dass das Geld unsichtbar reist und genauso verdient ist.
Echte Buchseite 23 aus Band 1: Herr Fuchs hält die Karte ans Terminal. „Nur mit Karte. Piep!“ Echte Buchseite 24 aus Band 1: „Das Geld reist unsichtbar zum Bäcker. Und verdient ist es genauso.“
Band 1, Seite 23/24: ‚Das Geld reist unsichtbar zum Bäcker. Und verdient ist es genauso.‘

„Papa … dann war das Geld für meine Edelsteine auch echt?“

„Ja.“

„Und das hast du verdient? Womit?“

Zum ersten Mal in acht Jahren erzähle ich meinem Sohn von der Halle und den Nächten, von 23 Leuten und Paletten bis unters Dach.

Hinten im Buch steht eine Seite nur für Eltern: „Für die Großen“. Da steht der Satz: „Auch unsichtbares Geld ist echt.“ Und darunter ein Gesprächsimpuls. Beim Wünschen: „Das kostet Arbeit. Wie viel wohl?“

Echte Elternseite „Für die Großen“ aus Band 1 mit Lernsätzen und Gesprächsimpulsen.
Band 1, ‚Für die Großen‘: ‚Auch unsichtbares Geld ist echt.‘ Und der Impuls: ‚Das kostet Arbeit. Wie viel wohl?‘

Also rechnen wir. Auf der Rückseite der Mahnung. Netto verdiene ich rund 16 Euro die Stunde.

Ein Drachenpaket, 99,99 Euro: über sechs Stunden in der Halle.

Emil zählt an den Fingern. „Und ich hab elf gekauft.“

Alles zusammen: fast 200 Stunden. Fast fünf Wochen Nachtschicht.

Jetzt weint Emil. Diesmal schreie ich nicht. Er hat es verstanden.

Bevor die nächste Karte im Tablet landet: die Antwort, die Emil gefehlt hat.

„Meine erste Wirtschaft“: 5 Bände im Schuber, für Kinder von 4 bis 10. 59,99 Euro für das ganze Set. Versandkostenfrei in Deutschland.

Bestellt bis 16.12.: liegt unterm Baum.

Hier sehen Sie die fünf Bände, nach denen mein Sohn wusste, dass sein Spielgeld echt war

Weniger als ein einziges Drachenpaket · über 25.000 Bestellungen

Handschriftliche Rechnung auf der Rückseite der Mahnung: 3.159 Euro sind fast 200 Stunden Nachtschicht, ein Kinderfinger zeigt auf die 200.
Alles zusammen: fast 200 Stunden. Fast fünf Wochen Nachtschicht.

Seite 12: „Das Schild will, dass ich will.“

Drei Abende später, Band 4. Finn der Fuchs geht mit sechs Talern auf den Jahrmarkt. Seite 11:

„Am Kreiselstand hängt ein riesiges Schild. Es funkelt und blinkt: Kauf mich! Kauf mich!“

„Wie das Drachenpaket!“, ruft Emil.

Seite 12:

Finn grinst: „Das Schild will, dass ich will. Aber entscheiden tue ICH.“

Emil liest den Satz dreimal laut.

Echte Doppelseite aus Band 4: blinkendes Schild „Kauf mich!“, Finn sagt „Das Schild will, dass ich will. Aber entscheiden tue ICH.“
Echte Buchseite 11 aus Band 4: ein riesiges Schild am Kreiselstand, „Kauf mich! Kauf mich!“ Echte Buchseite 12 aus Band 4: Finn mit verschränkten Armen, „Das Schild will, dass ich will. Aber entscheiden tue ICH.“
Band 4, Seite 11/12: ‚Das Schild will, dass ich will. Aber entscheiden tue ICH.‘

Drei Wochen später stehe ich in der Wohnzimmertür. Emil spielt sein Bauspiel, keine Karte mehr dahinter. Es ploppt auf: NUR HEUTE! Gold. Countdown.

Emil guckt auf die Uhr. Dann sagt er halblaut, zu niemandem: „Das Schild will, dass ich will.“

Und tippt aufs X.

Ich muss mich am Türrahmen festhalten.

Ein Junge auf dem Sofa tippt beim Pop-up „NUR HEUTE! -80 %“ mit Countdown auf das X, der Vater steht im Türrahmen.
Und tippt aufs X.

Drei Handgriffe. Drei Sätze dagegen.

1. Er versteckt den Euro. → „Auch unsichtbares Geld ist echt.“ Hinter jedem Edelstein steckt ein Euro. (Band 1)

2. Er lässt keine Zeit. → „Das Schild will, dass ich will.“ Und Opa Bär: „Erst denken, dann zahlen.“ Der Countdown darf ticken. (Band 4)

3. Er schickt den Erwachsenen weg. → „Das kostet Arbeit. Wie viel wohl?“ Ein Drachenpaket: drei Viertel einer Nachtschicht. Seitdem sitzt Papa wieder mit davor. Im Kopf. (Band 1, „Für die Großen“)

Drei Karteikarten am Kühlschrank: „1. Auch unsichtbares Geld ist echt.“, „2. Das Schild will, dass ich will. Erst denken, dann zahlen.“, „3. Das kostet Arbeit. Wie viel wohl?“

Bevor die nächste Karte im Tablet landet: die Antwort, die Emil gefehlt hat.

„Meine erste Wirtschaft“: 5 Bände im Schuber, für Kinder von 4 bis 10. 59,99 Euro für das ganze Set. Versandkostenfrei in Deutschland.

Bestellt bis 16.12.: liegt unterm Baum.

Hier sehen Sie die fünf Bände, nach denen mein Sohn wusste, dass sein Spielgeld echt war

Weniger als ein einziges Drachenpaket · über 25.000 Bestellungen

Ein halbes Jahr später

Nach einer Woche fragt Emil beim Tanken vom Rücksitz: „Wie viele Stunden war das, Papa?“

Nach zwei Monaten löscht Emil das Spiel. Die ganzen Edelsteine? „Weg ist weg“, sagt er. Wie Opa Bär in Band 3.

Heute steht auf Emils Schreibtisch ein Glas. Draufgemalt hat er das Meer, so wie Nika das Eichhörnchen ihren Schlitten.

Er saugt das Auto aus, er bringt das Leergut weg, jeder Auftrag per Handschlag. „Erst die Arbeit, dann das Geld“, sagt er dazu. 46 Euro sind schon drin.

Für Lotta. Damit sie ans Meer kommt.

Emil wirft eine Münze in ein mit Meer bemaltes Sparglas „Für Lotta – Ostsee“, Lotta schaut zu.
Draufgemalt hat er das Meer, so wie Nika das Eichhörnchen ihren Schlitten.
Echte Buchseite aus Band 3: Nika malt einen Schlitten auf ihr Sparglas.
Band 3: ‚Nika malt einen Schlitten auf ihr Glas. Jetzt sieht sie ihr Ziel jeden Tag.‘

Was andere Familien dem Verlag geschrieben haben

Antwort-MailMarco T., Busfahrer, Vater von Leon (9)

„bei uns waren es 340 euro übers handy meiner frau, fußballspiel, spielerpakete. leon hat ehrlich nicht kapiert wo das problem ist. nach band 1 hat er gefragt wie lange ich für die 340 arbeiten muss. bin busfahrer, wir habens ausgerechnet: fast drei schichten. seitdem sagt er bei jedem angebot ‚das schild will dass ich will‘. klingt komisch, wirkt aber.“

Antwort-MailIngrid W., Oma von Tim (7) und Paula (4)

„Ich habe meinen Enkeln jedes Jahr Guthabenkarten für ihre Spiele geschenkt. Dieses Jahr steht der Schuber bei mir im Schrank, mittwochs nach der Schule lesen wir zusammen. Letzte Woche beim Bäcker hält Tim meine Karte fest: ‚Oma, wie lange hast du dafür gearbeitet?‘ Da musste ich erst mal schlucken.“

„Uns passiert das nicht.“ Das habe ich auch gedacht.

Wir hatten auch ein Passwort. Für einen Kauf.

„Mit acht ist er zu alt für Bilderbücher.“ Emil ist acht und hat Band 4 zweimal allein gelesen. Lotta, fünf, hört jedes Mal zu.

„Ich bin abends platt.“ Ich fahre um Viertel nach neun zur Nachtschicht. Ein Band, ein Abend, vorher am Esstisch. Das schaffe sogar ich.

Ein Vater mit Ausweisband liest am Esstisch aus Band 4 „Was sind Ausgaben?“ vor, sein Sohn liest mit, die kleine Tochter lehnt sich müde an; über dem Stuhl hängt die Warnweste.
Ein Band, ein Abend, vorher am Esstisch. Das schaffe sogar ich.

2.931 Euro. Oder 59,99 Euro.

Edelsteine, Storno, Gebühren, Dispozinsen: 2.931,71 Euro. Dazu zwei leere Sparbücher und eine Ostsee, die Lotta nie gesehen hat.

So viel hat uns die vertagte Antwort gekostet.

„Meine erste Wirtschaft“ kostet 59,99 Euro. Rund 12 Euro pro Band. Weniger als ein einziges Drachenpaket.

Dieses Weihnachten liegt unter vielen Bäumen ein Tablet oder eine Guthabenkarte. Legen Sie die Antwort daneben.

Sie haben zwei Wege.

Weg 1: Sie schließen diese Seite. Sie stellen ein Passwort ein und hoffen. Und eines Tages tippt Ihr Kind auf ein blinkendes „Nur heute!“, weil ihm nie einer gesagt hat, dass hinter der Zahl Ihre Arbeit steckt.

Ich bin diesen Weg gegangen. Er hat uns 2.931 Euro gekostet. Und meinen Sohn sein Sparbuch.

Weg 2: Sie holen sich heute den Schuber. Am ersten Abend lesen Sie Seite 23 vor. „Nur mit Karte. Piep!“ Und Ihr Kind sieht zum ersten Mal, wohin Geld reist und woher es kommt.

Das Set „Meine erste Wirtschaft“: fünf Bände im Schuber.

Meine erste Wirtschaft · 5 Bände im Schuber

Für Kinder von 4 bis 10 · bezahlt wird in Talern · hinten in jedem Band eine Seite „Für die Großen“

59,99 € für das ganze Set · rund 12 € pro Band · weniger als ein einziges Drachenpaket · versandkostenfrei in Deutschland · über 25.000 Bestellungen

Bestellt bis 16.12.: liegt unterm Baum.

Jetzt die fünf Bände holen, bevor das Tablet unterm Baum liegt

Es war nie die Gier meines Sohnes.

Es war das unsichtbare Geld. Und eine Antwort, die ich drei Jahre lang vertagt habe.

Heute weiß Emil, woher echtes Geld kommt. Von einer Elster, einem Fuchs und einem alten Bären. Und von seinem Vater, der endlich geantwortet hat.

Ihr Kind muss dafür nicht erst Ihre Karte leer kaufen.